Archiv | Dessert RSS feed for this section

Aquarium, Laudanum, Kleinbonum – Baba au rhum

28 Mrz

Baba kleinWer mit Asterix und Obelix groß geworden ist, weiß genau, worum es hier geht:

Die vier befestigten Römerlager, die das Dorf der unbeugsamen Gallier umgeben. Eines davon – Babaorum – hat seinen Namen einem vorzüglichen französischen Dessert zu verdanken. Dem Baba au rhum.

Und das hab ich jetzt kurzerhand ausprobiert. Leider waren weder Baba- noch Savarin-Formen zur Hand und so mussten stattdessen die Brioches herhalten. Sorry, sieht jetzt nicht original aus, aber ich kann versichern, dass es geschmacklich nah dran war.

Kneten, schlafen, backen

Der Teig ist recht unkompliziert zuzubereiten, braucht aber einige Zeit – am besten einen Tag Vorlauf einplanen!

Das Rezept des guten Herrn Roux ergibt 24 Babas. Das ist recht üppig. Also entweder die Mengen runterrechnen oder einen Teil der fertig gebackenen und ausgekühlten Babas einfrieren und dann zu einem späteren Zeitpunkt im Rumsirup baden.

Zum Backen

  • 65 ml lauwarme Milch
  • 30 g Hefe
  • 500 g Mehl
  • Prise Salz
  • 8 Eier
  • Mischmasch aus 125 g geschmolzene Butter mit 45 g Zucker

Später brauchen wir dann noch Zuckersirup, ordentlich braunen Rum (300 ml), Schlagsahne mit Zucker und Vanille sowie ein paar Früchte.

Zuckersirup

650 ml Wasser mit 750 g Zucker drei Minuten lang einkochen. Fertig.

Den Korpus backen

Die Zutaten wie beim Brioche-Rezept verarbeiten.

Sobald das Butter-Zucker-Gemisch eingearbeitet ist, sollte der Teig nicht mehr länger als 5 Minuten in der Küchenmaschine geknetet werden – er ist sehr, sehr weich.

Ein sauberes und trockenes Küchentuch über die Schüssel breiten und den Teig bei etwa 24°C zwei Stunden gehen lassen. Er sollte danach um das Doppelte aufgegangen sein.

Anschließend mit den Händen kurz durchkneten. Erneut abdecken und für einige Stunden in den Kühlschrank stellen – jedoch nicht länger als 24 Stunden.

Kleine Formen mit Butter einfetten und mit Teigkugeln füllen.

Noch einmal 30 Minuten gehen lassen und im vorgeheizten Backrohr bei 180°C ca. 10 – 15 Minuten backen. Danach sofort aufs Kuchengitter stürzen.

Eintauchen

Sofern nötig, den Sirup wieder auf 60°C erhitzen und etwa acht Babas auf einmal in den Siruptopf geben. Nach 10 Minuten vorsichtig umdrehen und noch einmal 6-8 Minuten aufsaugen lassen. Auf ein Gitter zum Abtropfen geben, den Sirup auffangen, weiterverwenden.

Wenn die Babas dann abgekühlt sind, die Hälfte des Rums darübergießen, nach ein paar Minuten kann der Rest drüber gekippt werden. Ist ja schließlich kein Kindergeburtstag hier.

Zum Servieren Vanille-Sahne (aka Creme Chantilly) sowie Früchte dazu.

Und vielleicht kurz an Zenturio Hohlenus denken, dessen Leben in Babaorum wahrlich kein Zuckerschlecken war.

Advertisements

Resteverwertung III: Eton Mess

8 Jul

Der Nachteil von Unordnung: Sie entsteht schneller als man denkt

Zettelwirtschaft, überquellende Bücherregale, volle Handtaschen, ein zugemüllter Schreibtisch. Einmal kurz nicht aufgepasst und das Chaos breitet sich unaufhaltsam aus. Nichts mehr zu finden, dafür schweres Gewicht auf der Schulter und kein Platz mehr vor sich. Mühsam. Dagegen hilft nur das Bemühen, dem schlampigen Lebensstil endgültig abzuschwören und ein ordentliches Sortiersystem zu implementieren.

Der Vorteil von Unordnung: Sie entsteht schneller als man denkt

Schlampige Desserts hingegen haben einen enormen Vorteil – sie benötigen kaum Aufwand, wenig Zutaten, sind trotzdem absolut ansehnlich und geschmacklich ein Volltreffer. Noch besser, wenn sie Teil eines Resteverwertungs-Prozesses sind. Denn so ist alles in 5 Minuten erledigt.

Doch von Anfang an: Es geht um Eton Mess. Die drei Bestandteile: Schlagsahne, Baiser und Früchte. Ähnlichkeiten mit der Pavlova? Ja, auf jeden Fall, nur dass das Baiser keinen Tortenboden bildet, sondern zerkrümelt unter Schlagsahne gemischt wird. Das Dessert lässt sich also hervorragend in Einweckgläser füllen und zum nächsten Picknick mitnehmen.

Baiser? Backen? Natürlich dauert das etwas länger. Aber sind die Baisers erst einmal fertig, lassen sie sich in einem luftdicht verschlossenen Behälter einige Wochen aufbewahren und bei Bedarf flugs zerkrümeln.

Resteverwertung? Nun, beim Backen von Macarons gibt es immer einige Hälften, die zerbrechen. Auch diese luftdicht verstauen und als Eton-Mess-Variation Baiser durch Macarons ersetzen.

Die Zubereitung von Eton Mess selbst ist schnell erklärt:

Baiser backen

  • 2 Eiweiß
  • 125g Zucker

Ofen auf 130°C vorheizen. Eischnee schlagen, Zucker unterheben, mit der Spritztülle (7mm) Striche auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech ziehen. Etwa 30 Minuten backen.

Schlagsahne schlagen (mit etwas Zucker süßen und mit Vanille aromatisieren).

Erdbeeren in Stücke schneiden.

Alles miteinander vermischen oder geschichtet in Gläser füllen.

Das ist Unordnung nach meinem Geschmack!

%d Bloggern gefällt das: